18 Juli 2018

Pressemitteilung Alarmphone – Migrant*innen wurden in der search and rescue-Zone vor Malta gerettet und illegal in tunesische Gewässer gebracht

In den letzten vier Tagen empfing Watch TheMed Alarm Phone Informationen über ein Boot mit 40 Migrant*innen aus mehreren afrikanischen Ländern, das anscheinend illegal in tunesische Gewässer gebracht wurde, nachdem es schon internationales Gewässer und die Such- und Rettungszone (SAR) vor Malta erreicht hatte.

Unter den Menschen an Bord befinden sich acht Frauen, darunter zwei Schwangere. Das Holzboot war von Libyen aus gestartet und wurde am Freitag, den 13. Juli, nördlich der Ölplattform Astrat in internationalen Gewässern und in der maltesischen Such- und Rettungszone vom Versorgungsschiff Sarost 5 gerettet.

Das Maritime Rescue Coordination Center (MRCC) in Tunesien und die Crew des Versorgungsschiffes bestätigten die Position des Schiffes in der SAR-Zone von Malta. Sowohl Malta als auch Italien verweigerten dem Versorgungsschiff die Erlaubnis, die Migrant*innen in maltesischen und italienischen Häfen an Land gehen zu lassen. Die Situation der Migrant*innen ist noch immer ungeklärt.

Nach der Rettung wurden sie auf die Ölplattform und Lebensmittel dorthin geliefert. Später fuhr das Versorgungsschiff Richtung Sfax in Tunesien, um die Migrant*innen dort auszuschiffen. Allerdings verweigerten die Behörden von Sfax die Anlandung. Sie sollten dann in Zarzis ausgeschifft werden.

Aber am Montag, den 16. Juli, wurde ihnen um ein Uhr nachts verboten, in den Hafen einzulaufen.

Wir fordern, dass die Menschen unverzüglich an einen sicheren Hafen in Europa gebracht werden.

Wir fordern, dass die europäische Küstenwache die Verantwortung für Such- und Rettungsaktionen von Schiffen in Not in ihren Such- und Rettungszonen übernimmt, so wie es vom Gesetz vorgesehen ist.

Wir fordern eine langfristige Lösung für Menschen in Seenot, die es ihnen erlaubt, schnell in einem europäischen Hafen an Land zu gehen. Mit den Einzelfallprüfungen, so wie sie jetzt stattfinden, muss Schluss sein, da diese das Leiden der Geretteten unnötig verlängern.

Wir erklären zudem unsere Solidarität mit den Schiffsbesatzungen von Nichtregierungsorganisationen und gemeinnützigen Organisationen, die trotz der Hürden, die ihnen von europäischen Regierungen bereitet wurden, dringend notwendige Such- und Rettungsaktionen durchführen.

WatchTheMed Alarm Phone

Kontakt:

0049 1573 725 6504 (deutsch)

0039 340 980 21 96 (italienisch)

00216 52 199 133 (englisch und französisch)

 

Übersetzung aus dem Italienischen von Jutta Wohllaib

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