28 September 2015

Die Gruppe Incipit meint: Nennen wir sie Zentren zur Identifikation der Migranten und nicht «Hotspots»

In der Accademia
della Crusca
in Florenz wurde die zurzeit bereits aktive Gruppe
« Incipit » gegründet. Ihre Mitglieder überwachen die italienische
Sprache in Bezug auf den Gebrauch von fremdsprachigen Begriffen und Neologismen
und das in der Phase, in der sie im Italienischen auftauchen, aber noch nicht wirklich
verankert sind. Diese Interessengruppe hat sich nach der Petition von « #Dilloinitaliano»
(«#Sag es auf Italienisch») gebildet, die mit 70 000 Unterschriften zustande
kam, und zwar im Anschluss an den Kongress in Florenz vom 23./24. Februar 2015
mit dem Thema «La lingua italiana e le lingue romane di fronte agli anglicismi» «Die italienische und die romanischen
Sprachen und die Anglizismen». Soeben ist das dazugehörige e-book , sic!,
erschienen. Die Autoren sind Kommunikationswissenschaftler aus Italien und der
Schweiz: Michele Cortelazzo, Valeria Della Valle, Jean Luc Egger, Claudio
Giovanardi, Claudio Marazzini, Alessio Petralli, Remigio Ratti, Luca Serianni,
Annamaria Testa.

Die Gruppe
« Incipit » hat es sich zur Aufgabe gemacht, die neuen
«fremdsprachigen Begriffe» (die «Forestierismen») und deren Gebrauch in der
Zivilgesellschaft zu untersuchen. Die Gruppe «Incipit» lehnt doktrinäre
Haltungen ab. Ihre Mitglieder sind der Meinung, dass mit Reflexion und dem
Entwickeln eines besseren linguistischen und zivilen Bewusstseins
Kommunikationsverantwortlichen und Politikern sprachliche Alternativen
aufgezeigt werden können, so dass sie einen bestimmten, bereits üblichen
Sprachgebrauch nicht kritiklos hinnehmen.

Aus diesem Grund
ist «Incipit» gegen den Gebrauch des Begriffes «Hotspot» für die Bezeichnung
der zukünftigen Identifikationszentren (CIE*) für Migranten bei ihrer Einreise
in die Europäische Union. Sie empfehlen den italienischen Begriff «centro di
identificazione» dafür zu verwenden. Das englische Wort «hotspot» ist dafür im
bürokratischen Gebrauch der EU üblich. Aber «hotspot» hat auch andere
Konnotationen, die dieser Bedeutung absolut widersprechen. Einige Beispiele:
hotspot – ein Ort mit Wi-Fi-Anschluss; hotspot – ein In-Lokal; um nicht vom
Gebrauch von «hot» im Italienischen zu sprechen, im Zusammenhang mit sexuellen
und kulinarischen Themen. Mit der Verwendung des Begriffes «Hotspot» wird seine
Bedeutung verfälscht. Diese Zentren sind für die Festgehaltenen Orte der
Entscheidung über ihre Zukunft und von lebenswichtiger Bedeutung. Hotspot
bedeutet für sie etwas vollkommen anderes, und darum ist der Ausdruck
beleidigend und politisch unkorrekt.

*CIE – Centri
d’Identificazione ed Espulsione: Identifikationszentrum und Abschiebehaft

Übersetzung aus
dem Italienischen von Susanne Privitera Tassé Tagne

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